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Nachfrage ist ungebrochen

Über 60 Verkäufer hatten ihre Ware zum Verkauf angeboten. - Foto: Kurth-Schumacher

Sudwalde - „Nach der Auflösung des Fördervereins der Grundschule Sudwalde haben wir überlegt, unsere ‚Kleider- und Spielzeugbörsen‘ einzustellen“, sagte Sonja Winte von der „Arbeitsgemeinschaft Flohmarkt“. Es sei anders gekommen: „Verkäufer und Kunden haben uns überzeugt, dass wie weitermachen...“

Seit Frühjahr 2007 organisierte der Verein zweimal jährlich Secondhand-Börsen in der Grundschule Sudwalde, die mittlerweile Außenstelle der „Drei-Freunde-Grundschule“ Scholen ist. Am Samstag trat zum zweiten Mal deren Förderverein „Miteinander“ als Veranstalter auf. Lob zollte Sonja Winte den Gastgebern: „Die Schule überlässt uns die Räume, Schüler räumen vorher auf und stellen montags die Tische wieder zurück.“

Nachfrage und Angebot an Spielwaren und guter gebrauchter Kinderkleidung sind ungebrochen. Die Organisatoren hatten Kinder- und Babybekleidung, Schuhe und eine große Auswahl an Spielwaren übersichtlich in Fluren und Klassenräumen angeordnet. Die Vorbereitungen hatten bereits am Freitag begonnen. 20 Helfer sorgten für den Aufbau der Ware, die die rund 53 „Stamm-Lieferanten“ und 13 „Neulinge“ bereitgestellt hatten.

Die Plätze wurden nach Eingang der Anmeldungen vergeben, laut Sonja Winte mussten die Veranstalter 50 weiteren potenziellen Verkäufern absagen. Auch das Angebot an Tortenspenden war so groß, dass die Arbeitsgemeinschaft „bremsen“ musste. Sonja Winte: „Die Sache ist insgesamt sehr personalintensiv, aber seit wir nach einem Belohnungssystem verfahren, läuft es super.“

Die Verkäufer überlassen dem Verein 20 Prozent ihrer Einnahmen. Aufbauhelfer und Kuchenbäcker haben schon vor dem Veranstaltungsstart die Möglichkeit, einzukaufen, wer beim Aufräumen hilft, zahlt keine Provision. Schon am Samstagabend waren die Erlöse ausgezahlt und die Restware verpackt.

Die Veranstaltung lohne sich finanziell, sei aber auch „gut fürs Miteinander“, betonte Sonja Winte: „Wer Näheres wissen möchte, darf sich gern melden. Wir geben Starthilfe.“ Der nächste Flohmarkt in Sudwalde findet am 10. März statt. 

mks

Artikel auf kreiszeitung.de: https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/schwafoerden-ort59235/nachfrage-ungebrochen-8802408.html 

Dorfgemeinschaft feiert zusammen

© S. Wendt

Die Mitglieder des Sudwalder Erntevereins mit der Erntekrone und dem Erntebesen.

Sudwalde - Ein Mittagschläfchen ist am Samstag in Sudwalde keinesfalls möglich. Zehn Erntewagen, jeder bestückt mit einer Gruppe fröhlicher Bürger, formieren sich zum Ernteumzug durch die Gemeinde. Lautstark.

Erstes Ziel ist die Königsresidenz, wo die Majestäten Charlene Fritsch und Mathis Kohröde den ersten Teil des Erntegedichtes vortragen. Ziel aller für die gemeinsame Feier ist das Gasthaus Friedrichs, wo das Team um Wirtin Heike Wermke alle Teilnehmer bei Kaffee und Kuchen an Tischen Platz nehmen lässt. 

Bürgermeister Rainer Klusmann zieht hier Erntebilanz, angesichts der reich geschmückten Erntewagen, mit Zeichen für erfolgreichen Ertrag: „Wir haben Glück gehabt. In anderen Regionen gab es erheblich Schlimmeres.“ Klusmann erinnerte an de extremen Wettersituationen in anderen Ländern.

Mit dem Dank an die „Sudwohler Deerns und Jungs“ des Erntevereins, den Heimatverein und Gastwirtin Wermke überreichte er das Mikrofon an Mathis Kohröde und Charlene Fritsch. Das Erntekönigspaar hatte eine lange Liste vorbereitet: Danksagung für die Spenden, um die Erntekrone zu binden, den Erntebesen und die Erntewagen – und vieles mehr. Klares Zeichen dafür, dass die Dorfgemeinschaft in Sudwalde zusammenhält.

Nicht alle Jugendlichen gehören zur Gruppe der „Deerns und Jungs“. Es gibt auch andere Cliquen in der Gemeinde. In Sachen Fröhlichkeit stehen alle auf einem gleich hohen Level.

Alle Altersgruppen feiern zusammen

Schwarze T-Shirts kennzeichnen etwa die „Helden der Landwirtschaft“ („...das allein rechtfertigt alles“) die haben ihre Tiere gefüttert, bevor es losging zum, Fest: „Biffi“ seine 60, „Nossi“ keine („Ich habe Urlaub“) und „PaWil“ hat die Verantwortung für 1500 Mastschweine und 200 Ferkel an Vater und Schwiegervater weitergereicht. Sagts, die beide anderen lachen: „Wissen die das auch?“

Das Erntefest feiern alle Altersgruppen zusammen in Sudwalde. Die Landwirtschaft ist das Band, das alle eint: Das Erntegedicht, in dem es heißt, dass sich die Bauernschaft bemühe, mit voller Kraft“, ist keine leere Hülse.

Den „Disco“-Erntewagen haben, als der Ehrentanz im Festzelt beginnt, auch die Herren in blauer Ballonseide verlassen. Selbst genäht, die Anzüge? „Nee, selbst bestellt“, verrät eines der Mitglieder der sogenannten „Buff-Boys“ (einer Gruppe junger Männer aus Sudwalde und Bensen, die seit zehn Jahren eng befreundet sind).

Und dann wird Erntefest in Sudwalde gefeiert. Krone und Besen im Verlauf des Abends nach amerikanischer Art versteigert: Jahreszeitlicher Schmuck, der auf den Höfen nachgefragt ist. Eine Einnahme, die die Kasse für das Erntefest 2018 füllt.

sis

Artikel auf kreiszeitung.de: https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/schwafoerden-ort59235/dorfgemeinschaft-feiert-zusammen-8693742.html  

Heimatverein Sudwalde bietet Rastmöglichkeiten für Reisende

Bernd Stubbemann, seine Stellvertreterin Jutta Knobling, Wolfgang Voß, Heinrich Meyer und Werner Eickhoff (v.r.) probieren die neuen Bänke an der Station 8 der Sudwalder Radtour aus.
© S. Wendt
Bernd Stubbemann, seine Stellvertreterin Jutta Knobling, Wolfgang Voß, Heinrich Meyer und Werner Eickhoff (v.r.) probieren die neuen Bänke an der Station 8 der Sudwalder Radtour aus.
 
 
 

Eines davon hat der Heimatverein nach Angaben von Archivar Heinrich Meyer aus Bensen gefertigt. Es erklärt, um was es sich bei der ehemaligen Landwehr handelt. Ein anderes hat das Landvolk aufgestellt, es erklärt den Boden und wie die Landwirte ihn schonen.

Spende der Kreissparkasse

Auf den neuen Bänken sollen die Radler (und Spaziergänger), die die gut 26 Kilometer lange Rundreise durch die Gemeinde Sudwalde unternehmen, pausieren können. Etwa drei bis vier Stunden brauche man schon für eine Rundfahrt, erklärt Werner Eickhoff, wenn man die Schilder auch liest. Ihn könne man ruhig Schatzmeister des Heimatvereins nennen, unkt Heinrich Meyer, immerhin verfüge der Verein über Guthaben. 

Aber nicht über ein riesiges Vermögen. Weshalb auch Wolfgang Voß auf der Bank Platz nimmt: Der Geschäftsstellenleiter der Kreissparkasse Sudwalde repräsentiert den Geldgeber, dank dessen Spende in Höhe von 3000 Euro der Ankauf der zehn Sitzbänken überhaupt erst möglich wurde. Fest verankert im Boden sind die pflegeleichten Bänke, so dass der Heimatverein Pflegemaßnahmen reduzieren kann. 

 

Beschilderung soll ausgebaut werden

Die Rundreise zu markanten Punkten in der Gemeinde hat der Heimatverein vor gut zwei Jahren entwickelt. Man wollte die Einwohner ein wenig in Heimatkunde unterrichten. Diese informative Radtour kam so gut an, dass man sie als festes Angebot ausgearbeitet hat, die Schilder wurden aufgestellt, drei Gaststätten bieten Einkehrmöglichkeiten, sogar alternative Tourstrecken sind angegeben und bieten so die Chance zur Abkürzung bzw. Verlängerung. Nicht nur hiesige Bürger nutzen diese sportliche angehauchte Nachhilfe in Sachen Heimatkunde.

 Auch Radgruppen aus den Nachbarkommunen bilden sich gerne weiter in Sachen Forsthof, Papenhuser Sunder, Müßebruch, mehreren Mühlen und einigen speziellen Naturschätzen. Bernd Stubbemann kümmert sich darum, dass Flyer mit Karte und Kurzinfos auf dem Fritz-Tepe-Platz an der Sparkasse griffbereit für die interessierten Radler ausliegen. Wer übernachten müsste, der fände im Heuerlingshaus geeignete Unterkünfte. Als nächstes sollen Schilder an Bäumen folgen. Nicht jeder kenne heute mehr alle Arten. So könne der Birkenpollen-Allergiker demnächst erkennen, warum ihm unter den entsprechenden Gewächsen die Nase und die Augen jucken.

2008: Besonderheiten im Acker gefunden

Die ehemalige Landwehr, eine Grenze, übrigens ist auf der „Kurhannoverschen Landkarte“ von 1771 mit einer Länge von 1700 Metern eingezeichnet, war bis 1899 noch zum großen Teil vorhanden, haben Heinrich Meyer und sein Stellvertreter Wilfried Tecklenburg herausgefunden. Und ebenso, dass sie bei der dann folgenden Kultivierung des Oberwaldes eingeebnet wurde. 

„Wiederentdeckt“ wurde sie 2008, Bernd Stubbemann hatte den Acker in einer Tiefe von 40 Zentimetzern gepflügt und dabei wies der Boden Besonderheiten auf, die näher untersucht wurden. Wer mehr wissen will, muss sich aufmachen: Auf die historische Radtour durch Sudwalde, per Drahtesel oder per Mausklick auf die Internetseite.

Artikel auf kreiszeitung.de: https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/schwafoerden-ort59235/neue-baenke-entlang-historischer-radtour-8498797.html  

Punktejagd trifft Biergartenflair

Für die Teams ging es um Schnelligkeit und Fehlervermeidung. - Foto: Hedemann

© Hedemann
Für die Teams ging es um Schnelligkeit und Fehlervermeidung.

Scholen - Gemütliche Biergartenatmosphäre gab es für die Zuschauer der Feuerwehrwettkämpfe in der Samtgemeinde Schwaförden, während es für die Akteure um Schnelligkeit und Fehlervermeidung ging. Gastgeber war am Samstag die Ortsfeuerwehr Scholen. 13 Mannschaften traten zum simulierten Löschangriff an.

 

Am Freitagabend mussten die Organisatoren den Aufbau aufgrund des einsetzenden Regens abbrechen, der Wettkampftag lockte dann bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen zahlreiche Besucher zu den Wettkampfplätzen. Ortsbrandmeister Bernd Eickhoff sieht die Wettbewerbe als gute Vorbereitung für die Kreiswettkämpfe. „Und natürlich wollen wir den Besten ermitteln.“ Im Vordergrund stehe aber die Kameradschaft, die er als besonders ausgeprägt innerhalb der Feuerwehren lobt: „Der Zusammenhalt in der Feuerwehr ist super, man kann sich aufeinander verlassen.“

Bei den „Oldies“ gewannen die Affinghausener. - Fotos (2): Schoof
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Bei den „Oldies“ gewannen die Affinghausener.
© Schoof
 

Und während die Mannschaften bei sommerlichen Temperaturen das angenommene Feuer in einem Haus mit vollem Körpereinsatz bekämpften, nutzten die Zuschauer die Biergartengarnituren oder fieberten am Rande des Platzes mit. Wie der neunjährige Marlon, der seinem Vater hinter der Absperrung fest die Daumen drückte, dass dessen Leistung mit einer guten Platzierung belohnt wird.

Die Tische und Bänke hatten die Einwohner Scholens zusammengetragen, „eine intakte Dorfgemeinschaft“, lobte Bernd Eickhoff. „Die Frauen haben Kuchen gebacken, das ganze Dorf zieht mit.“ Für die jüngsten Besucher gab es eine Hüpfburg. So manches kühle Getränk sorgte angesichts der Temperaturen für Erfrischung bei den lebhaften Gesprächen. Ortsfeuerwehrübergreifend, versteht sich: „Man kennt sich innerhalb der Samtgemeinde. Ein Blick auf alte Zeiten, man scherzt, wir sind eine große Gemeinschaft“, sagte Kai Wilker von der Ortsfeuerwehr Neuenkirchen. Und am Ende zähle nur der olympische Gedanke, ergänzte ein Kamerad.

Unter den A-Gruppen setzte sich die Schwafördener durch.
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Unter den A-Gruppen setzte sich die Schwafördener durch.
© Schoof

Unter den A-Wettbewerbsgruppen setzte sich das Schwafördener Team mit 377,46 Punkten durch; 2. Stocksdorf (349,84), 3. Sudwalde (340,56), 4. Scholen I (325,10), 5. Anstedt (283,63). Die Ortsfeuerwehr Affinghausen stellte die beste der B-Wettbewerbsgruppen (392,66 Punkte); 2. Schweringhausen (347,09), 3. Neuenkirchen II (343,33), 4. Schmalförden (332,93), 5. Scholen II (309,07), 6. Sudwalde II (295,89), 7. Wesenstedt (282,56), 8. Cantrup (264,99). Bei den Alters-Wettbewerbsgruppen siegte das Team der Ortsfeuerwehr Affinghausen mit 462 Punkten; 2. Wesenstedt (444,50), 3. Schmalförden (441,4), 4. Scholen I (440,4), 5. Neuenkirchen (435,25), 6. Anstedt (432,30), 7. Cantrup (431,20), 8. Schwaförden (424,97), 9. Scholen II (422,70), 10. Sudwalde (419,40). Bei den Jugendfeuerwehren gewann die Sudwalder Mannschaft, 2. Schmalförden, 3. Neuenkirchen. 

 ch

Artikel auf kreiszeitung.de: https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/schwafoerden-ort59235/punktejagd-trifft-biergartenflair-8346193.html

Der TSV Bassum ärgert den Bundesliga-Nachwuchs

Dicker Siegerpokal und Konfetti: Die Nachwuchsfußballer des TSV Bassum gewannen den Hachetal-Cup und genossen die Ehrung.
Dicker Siegerpokal und Konfetti: Die Nachwuchsfußballer des TSV Bassum gewannen den Hachetal-Cup und genossen die Ehrung.
 
Die Nachwuchsfußballer setzten sich im sehr namhaften und insgesamt 18 Teilnehmer umfassenden Feld letztlich durch und gewannen beim „5. Hachetal-Cup“ den riesigen Siegerpokal.

„Zum ersten Mal hat ein Team aus unserer Region triumphiert. Und Bassum ist auch der verdiente Sieger“, sagte Turnier-Organisator Sascha Knake: „Sie waren echt gut und körperlich sehr robust.“ Wie die anderen Außenseiter aus dem Kreis Diepholz hatten die Bassumer den kleinen Vorteil, gegen die große Konkurrenz eine U 11 ins Rennen schicken zu dürfen. Werder und Co. waren jeweils mit einer U 10 gekommen.

Schon in der Vorrunde (gespielt wurde in drei Sechsergruppen) zeigte Bassum, dass mit dem Team zu rechnen ist – 13 Punkte, 12:0 Tore, Platz eins. Im Viertelfinale gegen St. Pauli musste das Neunmeterschießen helfen (3:1), im Halbfinale bezwang der TSV dann Rot-Weiß Essen (2:1) – und im Endspiel überraschend deutlich den VfL Wolfsburg mit 4:0. Zudem stellten die Bassumer in Julius Kanowski (sechs Treffer) auch noch den besten Torschützen des Turniers. 

Knake, der sich ausdrücklich bei allen Helfen und Unterstützern bedankte („Insgesamt ist alles super gelaufen, es war toll für alle“), arbeitet mit seinem Team schon am nächsten Hachetal-Cup. Für 2018 versucht er, erstmals auch den FC Bayern München als Teilnehmer zu gewinnen.

Die Platzierungen der weiteren „Diepholzer“ Teams: Kreisauswahl (18.), JSG Neuenkirchen (17.), TuS Syke (15.), TuS Sulingen (12.), JSG Schwaförden (10.).

Artikel auf kreiszeitung.de: https://www.kreiszeitung.de/sport/lokalsport/kreis-diepholz/bassum-aergert-bundesliga-nachwuchs-8256670.html 

Kugeln überm Fluss und ein königlicher Antrag

Der Umzug im Rahmen des Festes zum 60-jährigen Vereinsbestehen im Jahr 1952.
Der Umzug im Rahmen des Festes zum 60-jährigen Vereinsbestehen im Jahr 1952.
 
 
1892 wird in Sankt Petersburg das Ballett „Der Nussknacker“ uraufgeführt, in Atlanta „The Coca-Cola Company“ gegründet – und in Sudwalde ein Schützenverein. Das 125-jährige Bestehen des heutigen Schützenvereins Sudwalde-Menninghausen wollen dessen Mitglieder am 10. Juni mit vielen Gästen feiern, Einladungen an 60 Vereine wurden verschickt. Derzeit entsteht eine Chronik, an der Heimathistoriker Heinrich Meyer und Jörg Kohröde als Chronist der Schützen mitwirken – anhand ihrer Manuskripte lässt sich schon jetzt ein Streifzug durch die Geschichte des Vereins unternehmen.

Der „Sudwalder Schützenverein“ wird am 1. August 1892 im Gasthaus Schleef aus der Taufe gehoben, als Zweck ist in den Statuten „ein geselliges Zusammensein zum Ziel des Schießens und Exerzierens“ genannt. Passenderweise leitet damals kein Vorsitzender, sondern ein „Hauptmann“ den Verein, Heinrich Thöle ist der erste – als „Direktor“ unterstützt ihn Heinrich Rixe aus Wiefhausen, dessen Weide der erste Schießplatz des Vereins ist. Geschossen wird über die Sudwalder Beeke, der sich durch ihr Urstromtal ergebende Geländeanstieg ist der Kugelfang. Die Munition ist selbstgemacht, die Bleigeschosse und Hülsen werden komplett „recycelt“. Die schon annähernd 50 Mitglieder im Gründungsjahr stammen nicht nur aus Sudwalde, sondern auch aus Bensen und Menninghausen.

1911 wurde das Schützenfest auf zwei Tage erweitert, um ein Kinderschützenfest am Montag. 1926 durften die Mädchen eine eigene Königin ausschießen – im Gegensatz zu den Jungs nicht mit dem Gewehr, sondern mit einer Armbrust. Während der beiden Weltkriege ruhte das Vereinsleben. 1949 erfolgte die Neugründung des Schützenvereins Sudwalde-Menninghausen. Zum Übungsschießen traf man sich zunächst auf einer Diele, in einer Scheune oder im Stall, 1954 wurde dann neben Hudemanns Busch ein Kleinkaliberstand gebaut. Im sportlichen Schießen erzielte der Verein mehr und mehr Erfolge, dazu trug insbesondere der Bau eines neuen Schießstandes 1965 bei, für den Fritz Tepe dem Verein einen Teil seiner Scheune und des Obstgartens überließ. Im selben Jahr wurde eine Jugendgruppe gegründet und ein Jahr später beschlossen, eine Frauengruppe zu gründen – wobei die Damen noch nicht um den Königstitel schießen durften. So dauerte es noch bis 1976, bis sich tatsächlich eine Damenschießgruppe bildete. Erste Schützenkönigin wurde 1982 Renate Hudemann.

Das wohl romantischte Kapitel der Vereinsgeschichte schrieb 2015 Schützenkönig Wilhelm Riechers: Er nutzte das Schützenfest als besonderen Rahmen, um seiner Lebensgefährtin Khatuna Pertia einen Heiratsantrag zu machen – sie sagte „Ja“. - ab

 

Artikel auf kreiszeitung.de: https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/schwafoerden-ort59235/kugeln-ueberm-fluss-koeniglicher-antrag-8111399.html

 

Dickster Brocken ist ein Herd

 

Eine Gruppe der Jugendfeuerwehr Sudwalde, die mit rund 30 Helfern beim ersten „Dreck-weg-Tag“ in Schwaförden mitmacht, knöpft sich die Seitenräume der Mallinghäuser Straße vor. - Foto: Behling

© Behling

Eine Gruppe der Jugendfeuerwehr Sudwalde, die mit rund 30 Helfern beim ersten „Dreck-weg-Tag“ in Schwaförden mitmacht, knöpft sich die Seitenräume der Mallinghäuser Straße vor.

Schwaförden - Es kann nicht wirklich Spaß machen, sich nach dem Müll zu bücken, den gedankenlose Mitmenschen in die Botanik geschmissen haben, auch nicht an einem sonnigen Frühlingstag – oder? „Nein“, bestätigen einige der Jungs, zwei der Mädels gucken sich fragend an: „Och – eigentlich...“ Gut gelaunt scheint die Gruppe von der Jugendfeuerwehr Sudwalde jedenfalls zu sein, die die Seitenräume der Mallinghäuser Straße von Unrat befreit. Und damit am Sonnabend Teil des allerersten „Dreck-weg-Tages“ in der Gemeinde Schwaförden ist.

Die Jugendlichen stoßen auf Glas, Papier und Zigarettenkippen, ein Stück Auspuff, ein Nummernschild, finden einen Stapel Wochenzeitungen aus dem Jahr 2014 – und Unterhosen. Betreuerin Ulrike Jäschke hat da schon Schlimmeres gesehen: „Wir legen ja jedes Jahr einen Umwelttag ein, mit unterschiedlichen Aktionen. Beim Müllsammeln in einem Wäldchen bei Neubruchhausen haben wir einen Bettfederrost, Reifen und ein Fahrrad gefunden.“

Mit rund 30 Jugendlichen ist die Jugendfeuerwehr Sudwalde, die auch Mitglieder aus Schwaförden hat, dem Aufruf zum „Dreck-weg-Tag“ gefolgt. Die Initiative ging vom Heimat- und Verschönerungsverein Schwaförden aus, die Idee dazu hatte Achim Hollmann: „Mir ist aufgefallen, dass es in fast sämtlichen Gemeinden in der Umgebung solche Aktionen gibt, aber in Schwaförden ist so etwas noch nie gemacht worden.“ 

Dickster Brocken im Container ist ein Herd, der im Wald an der Scholer Straße vor sich hin rostete. - Foto: Behling
Dickster Brocken im Container ist ein Herd, der im Wald an der Scholer Straße vor sich hin rostete. 
© Behling

Er wandte sich an die örtlichen Vereine – und die Resonanz war so gut, dass er auf eine öffentliche Bekanntmachung verzichten konnte: Gut 90 Helfer wurden angemeldet, „und die sind auch vollzählig im Einsatz“, freut sich Hollmann. Jugendmannschaften des TSV Schwaförden kümmern sich um den Teich in der Ortsmitte, den Rodelberg, Spielplätze in den Baugebieten, die Jugendfeuerwehr in drei Gruppen um die Ortseingangsstraßen, Mitglieder des Heimat- und Verschönerungsvereins sind ebenfalls mit Plastiktüten unterwegs. Oder, im Falle von Heinrich Beneke, mit einem Bollerwagen: „Das meiste ist Verpackungsmüll von ,McDonald’s‘ “, stellt er fest, als er seine „Beute“ aus dem Ortsteil Mallinghausen zum Container auf dem Bauhofgelände bringt. „Offenbar haben die Leute aufgegessen, wenn sie hier durchfahren, und dann wird der Müll einfach rausgeschmissen.“

Zur Stärkung nach dem Frühjahrsputz gibt es am Feuerwehrhaus Gyrossuppe. - Foto: Behling
Zur Stärkung nach dem Frühjahrsputz gibt es am Feuerwehrhaus Gyrossuppe. 
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Getreu des Sprichwortes „Viele Hände, schnelles Ende“ ist für 11.30 Uhr das Mittagessen bestellt. Die Mitglieder der Ortsfeuerwehr Schwaförden haben den logistischen Part des „Dreck-weg-Tages“ übernommen und die Fahrzeughalle zum Speisesaal umfunktioniert. Ortsbrandmeister Frank Ohrdes greift zur Kelle: Es gibt Gyrossuppe.

„Es ist schon ein bisschen was an Müll zusammengekommen, darunter Siloplanen, ein Dreirad, Plastikstühle und, als dickster Brocken, ein alter Herd, der im Bereich der Scholer Straße offenbar schon sehr lange im Wald stand“, bilanziert Achim Hollmann. „Aber eigentlich hatten wir mehr erwartet.“ Im Container wäre noch reichlich Platz gewesen – was ja erfreulich ist, Schwaförden ist offenbar sauberer als gedacht. Hollmann: „Es kristallisiert sich heraus, dass wir den ,Dreck-weg-Tag‘ in unregelmäßigen Abständen wiederholen, vielleicht alle zwei oder drei Jahre.“ 

ab

Artikel auf kreiszeitung.de: https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/schwafoerden-ort59235/dickster-brocken-herd-8037977.html